Kontakte regional

Auf unserer Karte finden Sie Initiativen und Vereine, mit denen Sie sich vor Ort vernetzen können.

Lagertour

Der Flüchtlingsrat ist regelmäßig auf Lagertour durch Thüringen. Die Berichte unserer einzelnen Besuche finden Sie in unserem Blog.

 

 

Bildung und Arbeit

Der Zugang zu Bildung und Arbeit ist für Menschen im Asylverfahren und Menschen mit Duldung in verschiedenen gesetzlichen Grundlagen geregelt und enthält  Einschränkungen.

Diese Einschränkungen betreffen zwei Bereiche: zum einen sind Menschen mit prekärem Aufenthaltsstatus je nach Aufenthaltsdauer einem Zulassungsverfahren zum Arbeitsmarkt unterworfen und zum anderen werden sozialrechtliche Förderinstrumente (z.B. Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz- kurz BaföG) vom Aufenthaltsstatus abhängig gemacht. Zusammen mit der zwangsweisen Unterbringung in zugewiesenem Wohnraum und fehlenden Möglichkeiten die deutsche Sprache zu erlernen, bedeutet dies große Hürden eine (qualifizierte) Arbeit in Deutschland zu finden.
Während der Zeit des Asylverfahrens und mit Duldung besteht für Menschen aus bestimmten Herkunftsländern die Möglichkeit an einem Integrationskurs teilzunehmen, an manchen Orten gibt es ehrenamtliche Angebote.
Wir unterstützen die Forderungen der Jugendlichen ohne Grenzen nach einem gleichen Recht auf Bildung für alle.

Schule

Die Schulpflicht für Kinder beginnt in Thüringen drei Monate nach dem Zuzug aus dem Ausland gemäß §17 Thüringer Schulgesetz. Zu Beginn des Schulbesuchs sind die Sprachkenntnisse in der Regel nicht ausreichend, um am Unterricht erfolgreich teilnehmen zu können. Es gibt fachliche Empfehlungen zum Schulbesuch in Thüringen, die u. a. Förderunterricht in deutscher Sprache vorsehen. Für junge Flüchtlinge, die älter als 16 Jahre sind, besteht die Möglichkeiten eines "Berufsvorbereitenden Jahres Sprache" an den Berufsschulen, welches einen besonders hohen Anteil an Deutschunterricht beinhaltet und den Hauptschulabschluss in Deutschland ermöglicht.

Landesjugendhilfeausschuss Thüringen: Positionspapier zu grundsätzlichen Aspekten der (schulischen) Bildung und des Deutsch-Spracherwerbs von jungen Flüchtlingen (Stand 06.06.2016) und: „Positionspapier zu grundsätzlichen Aspekten der (schulischen) Bildung und des Deutsch-Spracherwerbs von jungen Flüchtlingen“  (Stand: 25.09.2017/ in Kürze hier eingestellt)


Recht auf Bildung
Broschüre zum Thema Recht auf Bildung für Flüchtlinge. Rahmenbedingungen des Zugangs zu Bildungsangeboten für Asylsuchende, Schutzberechtigte und Personen mit Duldung (schulische oder berufliche Aus- und Weiterbildung) Hrsg: Informationsverbund Asyl & Migration (Dez. 2016)
 

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit eine schulische oder duale Ausbildung während der Zeit des Asylverfahrens oder mit einer Duldung aufzunehmen.
Gemäß § 32 Abs.2 Beschäftigungsverordnung braucht es keine Erlaubnis zur Aufnahme einer Berufsausbildung, aber das Arbeitsverhältnis muss in der Gestattung oder Duldung durch die Ausländerbehörde eingetragen sein.

Den Thüringer Erlass zur Ausbildungsduldung des TMMJV vom 22.11.2016 finden Sie hier. Der Thüringer Erlass vom 17.05.2017 zur Ausbildungsduldung mit Hinweis der Ermessensduldung bei Vorliegen eines Ausbildungsvertrags finden Sie hier. Das aktuelle ergänzende Schreiben des TMMJV zur Anspruchsduldung zur Berufsausbildung vom 23.04.2018 ist hier eingestellt.

Achtung: Der Zugang zu Sozialleistungen (Bafög, BAB, AsylblG) während der Zeit der Ausbildung ist abhängig vom Aufenthaltsstatus und der Ausbildungsform.

Die DBG-Jugend hat eine umfassende Broschüre zum Thema Berufsausbildung veröffentlicht. Sie ist in Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi auf der Homepage verfügbar.

Antragshilfen für das Thema Ausbildung finden Sie unter Antragsmuster.
Beratungshilfen und Übersichten zum Thema Ausbildung finden Sie unter  
Beratungshilfen - Arbeit/Ausbildung/Praktikum. 
 

Der Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt ist in der Beschäftigungsverordnung geregelt und richtet sich nach dem Aufenthaltsstatus.

Flüchtlinge mit dem Aufenthaltspapier „Aufenthaltsgestattung“ und mit einer „Duldung“ dürfen während der ersten drei Monate ihres Aufenthaltes bzw. während der Zeit in den Erstaufnahmeeinrichtungen nicht arbeiten. Nach dieser Zeit ist die Aufnahme einer unselbstständigen Arbeit und Leiharbeit prinzipiell möglich.

Bevor die Stelle angetreten werden kann, bedarf es der Zustimmung durch die Ausländerbehörde. Es ist ratsam die Beschäftigungserlaubnis schriftlich zu beantragen. In vielen Fällen prüft zudem die Agentur für Arbeit bzw. die ZAV, ob die Arbeitsbedingungen stimmen (Arbeitsschutz, Mindestlohn etc.). Das passiert verwaltungsintern, sodass dafür kein extra Antrag gestellt werden muss. Nach vier Jahren (48 Monaten) gestatteten oder geduldeten Aufenthalt in Deutschland entfällt diese Beschäftigungsbedingungsprüfung durch die ZAV.

Menschen, die eine „Duldung“ haben, können durch die Ausländerbehörde auch dauerhafte Arbeitsverbote erteilt werden. Asylsuchende aus den vermeintlich sicheren Herkunftsländern (Albanien, Bosnien, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal, Serbien), die nach dem 31.8.2015 Asyl in Deutschland beantragt haben, dürfen während des Asylverfahrens oder nach einem negativen Asylverfahren keine Beschäftigung aufnehmen.

  • Flüchtlinge mit „Aufenthaltsgestattung“ oder „Duldung“ und mindestens nachrangigem Arbeitsmarktzugang können sich bei den Arbeitsagenturen arbeitssuchend melden, beraten und in Arbeit vermitteln lassen oder finden Unterstützung beim Thüringer Bleiberechtsnetzwerk.
  • Flüchtlinge, die eine Aufenthaltserlaubnis erhalten (also nach einer positiven Entscheidung im Asylverfahren), haben dagegen meist sofort die Möglichkeit, einer Erwerbstätigkeit (Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit) nachzugehen oder eine Ausbildung aufzunehmen. Für sie ist das Jobcenter zuständig.

Unter Arbeitshilfen - Antragsmuster finden Sie Vorlagen für Anträge auf Arbeitserlaubnis. Beratungshilfen und Übersichten zum Thema Arbeit finden Sie unter Beratungshilfen - Arbeit/Ausbildung/Praktikum.

Am 1. August 2015 sind einige wichtige Änderungen auch in der Beschäftigungsverordnung in Kraft getreten: So ist es nun Personen mit einer Duldung und einer Aufenthaltsgestattung möglich, unter erleichterten Bedingungen ein Praktikum - etwa zur Vorbereitung auf eine Berufsausbildung oder im Rahmen einer Einstiegsqualifizierung - auszuüben. Wie üblich sind die Regelungen dennoch relativ komplex, und für die unterschiedlichen Konstellationen von Praktika gelten weiterhin sehr differenzierte Voraussetzungen.

Von der GGUA wurde eine tabellarische Übersicht erstellt, die hier heruntergeladen werden kann (Stand Januar 2016).
Die Bundesagentur für Arbeit hat eine "Kurzübersicht Praktika" für Asylbewerber und geduldete Personen zuammengestellt (Stand Juli 2015)

Antragshilfen für das Thema Ausbildung finden Sie unter Antragsmuster.
Beratungshilfen und Übersichten zum Thema Praktikum finden Sie unter Beratungshilfen - Arbeit/Ausbildung/Praktikum.
 

Integrationskurse

Mit dem Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz vom 24.10.2015 wurden die Integrationskurse für Asylsuchende und Menschen mit Duldung geöffnet. Menschen aus bestimmten Herkunftsländern (diese werden einmal im Jahr festgelegt) können sich über das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anmelden. Aktuell (April 2017) sind das Eritrea, Jemen, Irak, Iran, Somalia und Syrien. Desweiteren findet man auch den Kontakt zu einem Integrationskursträger in der Nähe über die Seite des BAMF. Diese Kurse sind kostenfrei während des Asylverfahrens und unter bestimmten Bedingungen auch mit Aufenthaltserlaubnis.
 

Start Deutsch

Infos zum Landesprogramm Start Deutsch gibt es hier.

Start Bildung

Infos zum Landesprogramm Start Bildung gibt es hier.
 

Ehrenamtliche Sprachkurse

An vielen Orten engagieren sich Ehrenamtliche in der sprachlichen Unterstützung von Asylsuchenden. Material und Anregungen dafür finden Sie hier. Eine Übersicht über lokale Anlaufstellen finden Sie auf der Übersicht Kontakte regional.

Kinder von Asylsuchenden haben den gleichen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr nach Thüringer Kindertagesstättengesetz §2 und Sozialgesetzbuch VIII §24 wie alle anderen Kinder.

Flüchtlinge an Hochschulen - Programme und Maßnahmen Htsg: Deutscher Akademischer Austauschdienst (German Acadamic Exchange Service)