Warum fliehen Menschen?

Verschiedenste Gründe zwingen Menschen dazu, ihr Heimatland zu verlassen: Politische, rassistische, religiöse oder auf sexueller Orientierung und/oder Identität beruhende Verfolgung, unmenschliche Behandlung und Unterdrückung, Krieg, Verlust von Lebensraum, Armut und Hunger sind nur einige. Wirtschaftliche Not wird nicht als Fluchtgrund anerkannt, obwohl sie sich häufig als Konsequenz politischer Konflikte ergibt. Auch aus der Flucht vor Umweltkatastrophen, steigenden Meeresspiegeln oder Hungersnöten entsteht kein Anrecht auf Asyl.
Neben den genannten Gründen kommen für Mädchen und Frauen auch Motive wie Bedrohung durch ihre Familie oder ihren Partner, Zwangsverheiratungen, Gewalt im Namen der Ehre, Genitalverstümmelungen und häusliche Gewalt hinzu – Gefahren also, denen Männer in der Regel nicht in diesem Maße ausgesetzt sind.
Hinter jeder Fluchtgeschichte stehen Einzelschicksale von Menschen, die sich aus verschiedensten Gründen zur Flucht gezwungen sahen. Kein Mensch setzt sein Leben leichtsinnig aufs Spiel und lässt freiwillig Familie, Freund*innen und jeglichen Besitz auf unbestimmte Zeit zurück. Bei vielen Fluchtgründen tragen Industriestaaten wie Deutschland eine Mitverantwortung. Waffenlieferungen, Umweltverschmutzung, Ressourcenausbeutung, fortwirkende Folgen der Kolonialpolitik sowie wirtschaftliche und politische Interessen des Westens stehen Bemühungen um Frieden und soziale Gerechtigkeit oftmals entgegen.