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22. Oktober 2019
Nach den Schüssen auf die Flüchtlingsunterkunft in Obermehler: Sammelunterkünfte bieten Zielscheibe für rassistische Übergriffe

Laut aktuellen Medienberichten wurde Samstagnacht aus einem vorbeifahrenden Auto mit Schreckschusspatronen auf die Sammelunterkunft für Geflüchtete in Obermehler geschossen. Die Täter sollen dabei ausländerfeindliche Parolen gerufen haben. Verletzte habe es zum Glück nicht gegeben.

„Wir sind schockiert über den Vorfall und sehr besorgt um die Bewohner*innen, die in der Sammelunterkunft in Obermehler leben müssen“, so Ellen Könneker vom Flüchtlingsrat Thüringen e.V.

Mehrere Hundert Geflüchtete leben in dem abgelegenen und extra eingezäunten Gebäudekomplex. Sie ist aktuell neben der Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl die bei weitem größte Sammelunterkunft in Thüringen. Große Sammelunterkünfte wie in Obermehler, in denen Geflüchtete zentralisiert untergebracht werden, bieten stetig aufs Neue eine Zielscheibe für ausländerfeindliche Übergriffe. Rassistische Hetze und Stimmungsmache gegen Geflüchtete in Politik und Gesellschaft schaffen dabei den Nährboden für Übergriffe und Gewalt gegen Geflüchtete.

Der Flüchtlingsrat Thüringen e.V. fordert den Schutz der Bewohner*innen vor rassistischen Anfeindungen und Übergriffen, die Unterbringung in Wohnungen statt in Sammelunterkünften sowie eine Flüchtlingspolitik, die nicht auf Isolation und Ausgrenzung von Schutzsuchenden in der Bundesrepublik setzt.