Mittwoch, 15. Juni 2022 - 9:30 bis 15:30
Medizinische Abschiebehindernisse: Abschiebung trotz schwerer Krankheit?
Fachhochschule Erfurt, Altonaer Straße 25, 99085 Erfurt

Referent:in: Oda Jentsch, Rechtsanwältin, Berlin, Autorin der Broschüre „Krankheit als Abschiebungshindernis“ und Bettina Kriese, Refugio Thüringen, Jena, Psychologische Psychotherapeutin

Teilnahmekosten: 40 € Hauptamtliche/ 20 € Ehrenamtliche

Zielgruppe: Das Seminar richtet sich an haupt- und ehrenamtliche Geflüchtetenberater:innen, Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen, medizinisches Personal sowie Multiplikator:innen

Datum/ Zeit: Mittwoch, 15.06.2022, Anmeldung ab 9:00 Uhr,  Seminar von 9:30 -15:30 Uhr

Inhalt:

Für geflüchtete Menschen und Berater:innen stellen sich viele Hürden, um in der asyl- und aufenthaltsrechtlichen Praxis schwere Erkrankungen und Folgen traumatischer Erlebnisse im Verfahren geltend zu machen. Einerseits bestehen zahlreiche rechtliche Vorgaben und Einschränkungen, wie, wann und in welcher Form Krankheiten in ein Verfahren bei der Ausländerbehörde, beim Bundesamt für Migration für Flüchtlinge oder den Verwaltungsgerichten eingebracht werden können. Insbesondere nach Gesetzesverschärfungen in den vergangenen Jahren besteht zudem eine große Unsicherheit darüber, inwieweit den Vorgaben nicht entsprechende medizinische Atteste oder psychotherapeutische Stellungnahmen überhaupt noch berücksichtigt werden müssen. Vor allem für Menschen mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung infolge von Gewalterfahrungen im Herkunftsland oder auf der Flucht stellen sich viele weitere Hürden, die die Zuerkennung von Abschiebehindernissen sowohl praktisch als auch rechtlich erschweren. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Fortbildung diesen Schwerpunkten:

  • Rechtliche Grundlagen: Anforderungen an die Darlegung von Abschiebehindernissen aufgrund von Krankheit im Asyl- und Aufenthaltsrecht
  • Krankheitsbild Posttraumatische Belastungsstörung – Symptomatik, Folgen, Prognose
  • Diskussion und Austausch: praktische Möglichkeiten und Hürden in der Unterstützungsarbeit von erkrankten Geflüchteten in Thüringen sowie rechtliche Handlungsoptionen


Wichtige Hinweise: Ein Teilnahmebeitrag wird erhoben, der nach einer Anmeldebestätigung und vor dem Fortbildungstag zu überweisen ist. Eine Anmeldebestätigung erfolgt bis zum 2.6.2022. Den Teilnehmer:innen werden Seminarunterlagen sowie eine Mittagsversorgung zur Verfügung gestellt.

Verbindliche Anmeldungen bis 01.06.2022.

 

Bitte nutzen Sie für Ihre Anmeldung folgendes Anmeldeformular:

Anmeldeformular

(z.B. Flüchtlingssozialberater*in, Rechtsanwält*in, Vormund*in, Mitarbeiter*in einer Jugendhilfeeinrichtung, ehrenamtliche*r Pate oder Patin, …)

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