Flüchtlingsrat Thüringen e.V.

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Abschiebehaftgruppe Thüringen

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10.12.2010
Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) vergibt Preise für Flüchtlingsarbeit
2. Preis für Thüringer Abschiebehaftgruppe und Integrationsarbeit im Kirchenkreis Suhl

Abschiebungshaft – das ist im deutschen Aufenthaltsrecht in vielen Fällen der Ort, von dem es kein Zurück gibt und bedeutet für Flüchtlinge die elendige Erfahrung der Inhaftierung. Gerade auch zu diesem – häufig sehr beklemmenden – Zeitpunkt brauchen Flüchtlinge Solidarität und Unterstützung. Sei es, weil das Asylverfahren in den Augen der Betroffenen, Angehörigen, AnwältInnen und solidarischen UnterstützerInnen noch nicht abgeschlossen ist, sei es wegen Verfahrensfehlern beim Haftverfahren, wegen der persönlichen Situation in der Abschiebehaft oder wegen der Perspektiven für die Zeit nach der Abschiebung - es ist gut, dass die Abschiebehäftlinge eine vom Gefängnis unabhängige Ansprechperson zu Seite haben.

In Thüringen werden nur männliche Abschiebehäftlinge inhaftiert. Sie kommen in die JVA nach Suhl-Goldlauter (weibliche Abschiebegefangene werden in Sachsen in der JVA Chemnitz/Reichenhain inhaftiert). In Suhl arbeitet eine Abschiebehaftgruppe, die organisatorisch an den Kirchenkreis Henneberger Land (Suhl) und damit an die evangelischen Landeskirche angegliedert ist. Zusätzlich gibt es eine sehr gute Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat Thüringen e. V.

Die Abschiebehaftgruppe besucht die Abschiebegefangenen in Suhl in der Regel alle 14 Tage. Zwischen den Besuchen hält sie den Kontakt zu den Gefangenen ggf. via Brief. Weiterhin wird immer wieder der Kontakt zu den jeweiligen Angehörigen, FreundInnen und AnwältInnen gesucht. Solange es noch Abschiebeknäste gibt, ist diese Arbeit ein notwendiges Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen und braucht daher Unterstützung. Wer sich für eine Mitarbeit in der Abschiebehaftgruppe interessiert oder die Arbeit anderweitig (finanziell, als ÜbersetzerIn, durch sonstige Expertise) unterstützen möchte, kann gerne das Gespräch mit der Abschiebehaftgruppe suchen. Wir sind über das Büro des Kirchenkreises Henneberger Land in Suhl unter folgender Telefonnumer zu erreichen: 03681-308193. Weiterhin ist derKontakt auch über das Büro des Flüchtlingsrates Thüringen möglich.