Flüchtlingsrat Thüringen e.V.

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Start Presse 26. Jul. 2010: Das Heim hat meine Seele kaputt gemacht!

26. Jul. 2010: Das Heim hat meine Seele kaputt gemacht!

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Flüchtlingsrat Thüringen fordert eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Flüchtlingen aus der Gemeinschaftsunterkunft Breitenworbis/ Eichsfel

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Bereits im Juni hatte der Flüchtlingsrat Thüringen e.V. zum „Offenen Flüchtlingsrat“ nach Leinefelde eingeladen. Nur wenige Interessierte folgten dem Angebot, sich über die Lebenssituation  von Flüchtling in ihrem Landkreis zu informieren. Flüchtlinge selbst waren auch kaum anwesend – aus Angst, wie der Flüchtlingsrat später erfuhr. Wenige Wochen später suchte der Verein daher erneut das Gespräch mit Flüchtlingen im Flüchtlingsheim Breitenworbis. Das Leiden dort ist unaussprechlich groß.

„Das Heim hier hat meine Seele kaputt gemacht!“ berichtete eine Frau unter Tränen. Seit über fünf Jahren lebt sie hier. Mehrere GesprächspartnerInnen beschreiben mit ähnlich drastischen Worten ihre Isolation und Verzweiflung. Das Flüchtlingsheim liegt abgeschottet, die Wege zum Einkaufen oder zu ÄrztInnen sind lang. Busse fahren nur selten und das Geld für Fahrkarten ist knapp. Nur vierzig Euro bar haben die meisten Menschen pro Monat zu ihrer „freien Verfügung“.

Sie sehnen sich nach dem Leben „draußen“, in der Stadt, unter Deutschen. „Wir sind auch Menschen, keine Tiere! Das hier ist kein Leben.“ schildert ein Mann. Sie bitten um die Möglichkeit, Sprachkurse zu besuchen. Sprachlosigkeit isoliert zusätzlich. Das jahrelange Warten macht krank.

Der Flüchtlingsrat hat sich mit einem Schreiben an die politisch Verantwortlichen im Landkreis Eichsfeld gewandt mit der Bitte um Abhilfe. Und diese ist von Thüringer Seite auch gewollt. Am 01. Juli 2010 trat eine Verordnung in Kraft, die ausdrücklich regelt, dass Gemeinschaftsunterkünfte für AsylbewerberInnen und geduldete Flüchtlinge möglichst in örtlicher Nähe zu medizinischen, schulischen und sonstigen Einrichtungen des täglichen Lebens eingerichtet werden sollen, um so "die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu erleichtern“. Es liegt nun in der Macht des Landkreises, eine verbesserte Wohnsituation in der Kreisstadt und Möglichkeiten zur Partizipation von Flüchtlingen am Leben der Mehrheitsgesellschaft zu schaffen.